AG SOZIALES

Kunst ist Inbegriff menschlicher Lebensäußerung, sie ist als anregende und reflektierende Kraft für Stadt und Gesellschaft unverzichtbar. Darüber hinaus sind Kunst und Kultur Standortfaktoren, die eine Stadt unverwechselbar machen und ihr Anziehungskraft geben. Künstler und Künstlerinnen gehören trotz ihres hohen Bildungsniveaus und Ansehens in der Gesellschaft mit zu den Berufsgruppen mit den niedrigsten Einkommen. Die AG Soziales / Altersarmut setzt sich dafür ein, diese hochqualifizierten Menschen in ihrem Beruf arbeiten zu lassen und ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage, wo möglich, rechtzeitig zu stärken und ihre Wohn- und Ateliersituation zu sichern.

In der Künstlersozialkasse können sich Künstler zwar seit 1983 günstig krankenversichern, jedoch bleibt bei der Rente zu oft zu wenig übrig. Die Alterseinkünfte betragen durchschnittlich nur die Hälfte von dem, was andere Arbeitnehmer erhalten. Auch hier bemüht sich die AG Soziales / Altersarmut die Situation der Künstler und Künstlerinnen zu verbessern, indem sie das Problems öffentlich macht und Workshops und Diskussionsrunden mit Betroffenen, Politik und kompetenten Fachleuten organisiert.

Die AG Soziales / Altersarmut kämpft außerdem gegen Altersdiskriminierung in der Kunst, indem sie jährlich einen Negativ-Preis, den Pferdeapfel, an eine Institution verleiht, die unsinnige Altersbeschränkungen in ihren Ausschreibungen für Wettbewerbe voraussetzt.

News und Links

+++ Online-Webinar: Abrechnung von unterschiedlichen Hilfen im Rahmen der Coronakrise +++

Liebe Kulturschaffende Düsseldorfs,

unsere im Juni/ Juli durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass viele Künstlerinnen und Künstler hinsichtlich der Abrechnung von unterschiedlichen Hilfen im Rahmen der Coronakrise einen Beratungsbedarf sehen. Aus diesem Grund planen der Rat der Künste und das Kulturamt ein Online – Webinar, das die wichtigsten Fragen hierzu aufgreifen und klären soll.

Dieses Seminar soll dann stattfinden, wenn auch die Vorgaben zur Abrechnung der NRW- Soforthilfe klar definiert sind. Denn das Rückmeldeverfahren der Corona-Soforthilfe in NRW wurde angehalten, da sich einige Abrechnungsvorgaben zu Rückzahlungsverpflichtungen laut NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart als problematisch erwiesen.

Wir möchten Euch/ Sie hiermit bitten, die brennenden Fragen in Bezug auf Hilfen und Abrechnungen bis 1. Oktober 2020 an uns zu richten. Denn dann können wir das Webinar optimal und praxisnah vorbereiten.

Bisher erhielten wir häufig allgemeine Fragen wie:

1. Welche Mittel auf Bundes- als auch Landes- und kommunalen Mittel gibt es derzeit? 
2. Wie rechne ich Betriebskosten bei der Soforthilfe ab? Welche Kosten sind überhaupt anrechnungsfähig? 
3. Wer ist bei der „Überbrückungshilfe“ antragsberechtigt? 
4. Kann ich Hilfs- oder Stipendienprogramme mit der Grundsicherung kombinieren? Gibt es darüber hinaus andere Fördermöglichkeiten, die sich ausschließen? 
5. Mit welchen Fördermitteln kann ich Lebenshaltungskosten bestreiten? 

Wir laden Sie/Euch schon heute dazu ein, den Fragenkatalog zu ergänzen:
info@rat-der-kuenste.de

23.08.2020
Die Rheinische Post hat die Ergebnisse unserer Corona Online-Umfrage veröffentlicht: zum Artikel

18.08.2020
Um die Situation der Kulturschaffenden und Kultureinrichtungen seit Ausbruch der Corona-Pandemie zu erfassen, hat der Rat der Künste vom 15. Juni bis 15. Juli 2020 gemeinsam mit dem VddK 1844 zwei anonyme Online-Umfragen erstellt. Mit deren Auswertung möchten wir eine Orientierungshilfe für Verwaltung und Politik in der Corona-Krise geben.
Unterstützung erhielten wir dabei von Dinah Schwarz und Barbara Sydow (Kulturamt), Christine Brinkmann (ZAKK) und Rolf Kessler (Schulamt).

Eine Abfrage richtete sich an Einzelpersonen aus dem kulturellen Bereich, wie bildende und darstellende Künstler*innen, Musiker*innen, Schriftsteller*innen, etc.
Eine weitere Abfrage galt für Festivals und kleinere Institutionen.

Es beteiligten sich insgesamt 310 Soloselbständige, sowie 51 Festivals bzw. Institutionen.

Die Umfrage der Soloselbständigen ergab, dass von ihnen 2/3 Mitglied bei der Künstlersozialkasse sind. Davon konnten 63 durch Meldung ihrer Einnahmeeinbußen dort ihre monatlichen Beitragszahlungen senken.

179 haben € 2.000 NRW-Soforthilfe für Künstler*innen beantragt, die nur 79 mal bewilligt wurde.
196 haben die € 9.000 NRW-Soforthilfe für Soloselbständige beantragt. 180 davon wurden bewilligt.
Die meisten Kulturschaffenden haben keine weiteren Hilfsprogramme in Anspruch genommen.

Durchschnittlich haben die Künstler*innen einen Einnahmerückgang von 59,3 %. Ihre privaten finanziellen Reserven reichen im Schnitt 5,5 Monate.

Nur 7 gaben an, einen Kredit aufgenommen zu haben, 113 haben verkraftbare Einbußen.

106 Kulturschaffende können ihre geplanten Projekte nachholen, 153 können das nicht.

Immerhin 62 Personen erwogen schon zu diesem Zeitpunkt, ihre Profession aufzugeben.

Laut der Online-Umfrage würden folgende Maßnahmen bei den von Covid-19 verursachten Problemen helfen (Listung in der Reihenfolge der Priorisierung):

1. Arbeitsstipendien (Das Land NRW hat Anfang August 15.000 Stipendien á € 7.000 ausgeschrieben)
2. Beratung bei den Soforthilfe-Programmen (Ein Informationsangebot ist vom Rat der Künste gemeinsam mit dem Kulturamt für September geplant)
3. Zuschuss zur Ateliermiete inkl. Nebenkosten
4. Austausch zur Entwicklung von Alternativformaten
5. Bedingungsloses Grundeinkommen

Häufig nahmen die Kulturschaffenden finanzielle Unterstützung von Familie und Freunden in Anspruch.

Durchweg gaben die Teilnehmer an, unter Existenz- und Zukunftsangst zu leiden.

Darstellende Künstler*innen leiden extrem darunter, dass sie nicht auftreten, also ihren Beruf nicht ausüben können.

Es herrscht allgemein die Sorge, dass sich die Kulturinfrastruktur grundlegend ändern wird, also beispielsweise Aufführungs- und Ausstellungsorte schließen müssen.

Von den Bildenden Künstler*innen wird ausdrücklich gewünscht, dass die Stadt Arbeiten ankauft, was dankenswerterweise auch bereits geschehen ist.
Außerdem sollen neue Corona gerechte Ausstellungs- und Auftrittsmöglichkeiten geschaffen werden.

Die Online-Umfrage für Festivals und kleine Institutionen ergab, dass meist für dieses Jahr noch keine extreme Gefährdung gesehen wird, jedoch 50% der Rückmeldungen große Befürchtungen für 2021 formulieren.
Viele haben ihre Mitarbeiter*innen weiter beschäftigt oder haben für sie alternative Arbeiten z.B. im digitalen Bereich gefunden.

Circa 50% der geplanten Veranstaltungen finden 2020 mit eingeschränkter Besucherzahl statt.

Gut die Hälfte aller Befragten gab an, dass sie Beratungsbedarf zu den Corona-Hygiene- und Abstandsbestimmungen haben.

1/3 der Veranstalter*innen zahlt Ausfallhonorare, 1/3 zahlt keine Ausfallhonorare, 1/3 haben ihre geplanten Veranstaltungen zunächstverschoben.

Es ist zwingend notwendig, dass neue Strukturen geschaffen werden, um Live-Auftritte unter Corona-Bedingungen möglich zu machen.
Auch sollte man nicht vergessen, dass weitere Berufsgruppen, die im kulturellen Bereich arbeiten, wie z.B. Techniker*innen, Ticketverkäufer*innen, Mitarbeiter*innen in der kulturellen Bildung, stark von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind.

10.06.2020
Der Rat der Künste hat gemeinsam mit dem VddK 1844 zwei Umfragen erstellt, mit deren Auswertung wir eine Orientierungshilfe für Verwaltung und Politik in der Corona-Krise geben möchten.

Eine Abfrage betrifft Einzelpersonen aus dem kulturellen Bereich, wie bildende und darstellende Künstler*innen, Musiker*innen, Schriftsteller*innen, etc.
Hier geht es zum Link.

Eine weitere Abfrage gilt für Festivals und Institutionen: hier

Wir danken Dinah Schwarz und Barbara Sydow (Kulturamt), Christine Brinkmann (ZAKK) und Rolf Kessler (Schulamt) für ihre tatkräftige Unterstützung.
Die Umfragen sind anonym und laufen bis zum 15. Juli 2020.

Wir möchten alle Kulturschaffenden Düsseldorfs bitten, sich zu beteiligen und die für Sie zutreffende Abfrage wahrheitsgetreu zu beantworten, damit wir einen klaren Überblick bekommen, wo wir unterstützen können.

04.06.2020
Die Kulturszene ist in der Krise – wegen Corona, vor allem aber aufgrund mangelnder Hilfe aus der Politik. Darüber sprachen Gerhard Baum vom Kulturrat NRW und Corina Gertz, Sprecherin Rat der Künste Düsseldorf mit Gerrit Westmann für Telepolis: zum Artikel

22.04.2020
https://rp-online.de/kultur/kuenstler-sehen-wegen-corona-existenz-gefaehrdet_aid-50166261

13.04.2020
GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
Rat der Künste Düsseldorf und VdDK *1844

Der Rat der Künste und der VdDK*1844 verfolgen mit Sorge die Umstellung der Soforthilfe des Wirtschaftsministeriums des Landes NRW auf Bundesmittel.

Die Soforthilfe, die vom NRW-Wirtschaftsministerium organisiert wird, will Betriebe am Leben erhalten und ausfallende Betriebsmittel kompensieren. Künstler und Künstlerinnen sind mit adressiert, denn auch sie müssen ihre Lebenshaltungskosten weiter bestreiten können, während die Aufträge, Ausstellungen, Verkäufe und Engagements ausbleiben.

Die ursprüngliche NRW Soforthilfe bot an, sich aus dem Erwirtschafteten selbst ein Gehalt zu zahlen. Das Gehalt ist eine betriebliche Ausgabe. Das Programm half den nordrhein-westfälischen Künstlerinnen und Künstlern mit dieser schnellen und unbürokratischen Unterstützung.

Seit dem 1. April ist das vorbei. Die Bundesauflagen erkennen die von Soloselbständigen an sich selbst gezahlten Gehälter nicht an. Ohne die Soforthilfe des Kulturministeriums und ohne Partizipation an der „NRW Soforthilfe 2020“ sind die Künstlerinnen und Künstler nun auf die Jobcenter und die Grundsicherung angewiesen.

Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart wollen diese bisherigen Regelungen der „NRW Soforthilfe 2020“ aufrechterhalten und verhandeln nun mit dem Bund, Lebenshaltungskosten als betriebliche Ausgaben der Soloselbständigen anerkennen zu lassen. Das stößt aber auf Widerstand des Bundes und anderer Länder.

Um die Umsatzeinbußen auszugleichen und den Lebensunterhalt von Künstlerinnen und Künstlern zu sichern, sollen sie neben den bisherigen Zuschüssen maximal drei Monate lang eine Pauschalhilfe von bis zu 1.000 Euro im Monat erhalten. Voraussetzung wären Umsatzeinbrüche von mehr als 50 Prozent. Das geht laut F.A.Z. vom Donnerstag, 9.4.2020 aus einem Schreiben der Landeswirtschaftsminister-Konferenz an die Bundesregierung hervor.

Hinzu kommt, dass die Mittel des Soforthilfeprogramms der Bezirksregierung, mit denen für jede nachgewiesene ausgefallene Veranstaltung pauschal € 300 bis zu der im Programm vorgesehenen Grenze von 2.000 Euro pro Person gezahlt wurden , erschöpft sind. Der hierfür vorgesehene Etat von 5 Mio. Euro insgesamt war für die Menge von 17.000 Künstlerinnen und Künstlern bei weitem zu niedrig angesetzt. Der Etat sollte entsprechend der Anzahl der eingegangenen Anträge erhöht werden.

Der Rat der Künste und der VdDK*1844 unterstützen das Kultur- und Wirtschaftsministerium bei ihren Bemühungen, die Lebenshaltungskosten als betriebliche Ausgaben anerkennen zu lassen. Alternativ könnte eine Art Kurzarbeitergeld, berechnet auf Grundlage der Angaben bei der Künstlersozialkasse, ausgezahlt werden.

Des Weiteren fordern der Rat der Künste und der VdDK*1844 die Stadt Düsseldorf auf, die Künstlerinnen und Künstler pragmatisch zu unterstützen, indem sie im Kulturamt kurzfristig eine telefonische Beratungsstelle zur Antragshilfe einrichtet.

Mit der Bitte um Berichterstattung und freundlichen Grüßen,

Für den VdDK *1844 Michael Kortländer, 1. Vorsitzender ,Edith Oellers, 2. Vorsitzende
Für den Rat der Künste Düsseldorf Corina Gertz, Sprecherin, Prof. Dr. Stefan Schweizer, Sprecher

28.03.2020
Der Rat der Künste und der VdDK *1844 und hatten sich in einer gemeinsamen Presseerklärung mit konstruktiven Vorschlägen zur Stabilisierung der Situation von Künstler*innen an Politik und Verwaltung in Düsseldorf gewendet. Die Antwort des Oberbürgermeisters ist enttäuschend.
Der VdDK und der Rat der Künste hatten die Einrichtung eines Soforthilfefonds gefordert um eine unmittelbar bevorstehende prekäre Situationen für Künstler*innen abzuwenden. Künstler*innen in städtischen Programmen zum Beispiel Künstler*innen an den Schulen oder im Offenen Ganztag sollten vorläufig weiter bezahlt werden (wie beim Land) und gemeinsam kreative (digitale) Lösungen entwickelt werden, um das kulturelle Leben in der Krise aufrecht zu erhalten. Siehe Pressemitteilung vom 19.03.2020: https://rat-der-kuenste.de/pressemitteilungen/

Jetzt hat uns Oberbürgermeister geantwortet: „Mit Interesse habe ich die Pressemitteilung des Rates der Künste und des Vereins der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe gelesen. Viele Freiberufler und Gewerbetreibende sind leider durch die aktuellen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Epidemie in ihrer Existenz bedroht. Das gilt auch für die Künstlerinnen und Künstler. Die Stadt Düsseldorf versucht derzeit an vielen Stellen im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegen zu steuern. Diese Möglichkeiten sind aber begrenzt und können auch nicht einzelne Berufsgruppen bevorzugen. Viel mehr sind hier Bund und Land gefordert, die inzwischen auch entsprechende Hilfspakete auf den Weg gebracht haben, speziell auch für Solo-Freiberufler und kleine Unternehmen. Hier darf ich Sie besonders auf die beigefügten Erlasse des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW hinweisen.“

Die Fortzahlung der Honorare und Auszahlung der bereits bewilligten Projektanträge und Programme liegt, aus unserer Sicht, durchaus im Rahmen der Möglichkeit der Landeshauptstadt Düsseldorf, da die Mittel dafür bereits im Haushalt eingestellt sind. Weder in der gemeinsamen Erklärung noch an anderer Stelle, haben wir eine besondere Bevorzugung verlangt, die der Oberbürgermeister uns in seiner Antwort indirekt unterstellt. Unsere Solidarität gilt allen Düsseldorfer Bürger*innen (und darüber hinaus), aber viele Künstler*innen sind von der Krise (wie auch andere Freiberufler*innen) besonders empfindlich betroffen.

http://rp-epaper.s4p-iapps.com/artikel/942817/16321961

26.03.2020
Rat der Künste fordert Hilfe für KünstlerInnen in der Corona-Krise: zum Artikel

20.02.2020
Der Frauenkulturpreis des LVR heißt jetzt Luise-Straus-Preis und hat KEINE Altersbeschränkung mehr.

Der Rat der Künste hatte im Juli letztes Jahr erstmalig den Negativpreis Pferdeapfel gegen Altersdiskriminierung bei Ausschreibungen in künstlerischen Förderprogrammen an den LVR für den Frauenkulturpreis mit der Altersgrenze von 40 Jahren verliehen.
Der Rat der Künste möchte damit zum Überdenken dieser Altersgrenzen anregen.
Der Preis hat die Form eines Pferdeapfels und bezieht sich auf das historische Pferdeapfelattentat gegen König Friedrich Wilhelm VI. auf der damaligen Düsseldorfer Kastanienallee (heute Königsallee) von 1848.
Der LVR hat die Altersgrenze aus der Ausschreibung heraus genommen.

Wir hoffen, dass ihm viele Institutionen folgen und das Gleiche tun!

https://landesmuseum-bonn.lvr.de/media/lmb/ausstellungen/pdf/LuiseStrausPreis2020_Ausschreibung.pdf

Einladung zur Tagung
Wohn- und Arbeitsraum für Künstler*innen
mit
Best-Practice-Beispiele aus Dresden, München, Berlin und Düsseldorf.
Eingeladen sind Vertreter*innen von Zentralwerk Dresden, Ex-Rota-Print Berlin, Atelierhaus Genossenschaft Berlin, Kunstwohnwerke München sowie Höher Weg e.V. Düsseldorf.
Am Sonntag, 15. März 2020 um 10 Uhr im
zakk
Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation
Fichtenstraße 40
40233 Düsseldorf
Der Rat der Künste und der Verein der Düsseldorfer Künstler *1844 (VdDk 1844) wollen für die Künstler*innen in der Landeshauptstadt eine gesicherte Zukunft schaffen. Dazu gehört Wohn- und Arbeitsraum, der auch für künftige Künstler*innengenerationen sicher ist.
Hierbei wird an unsere Tagung im Stadtmuseum am 9. Februar 2019 „Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler suchen Perspektiven“ und an den Workshop „Wir gründen eine Künstlerateliergenossenschaft“ am 12. Oktober 2019 im Stadtmuseum Düsseldorf angeknüpft.
Das formulierte Ziel des Rats der Künste und des VdDK 1844 ist die Gründung einer Wohnateliergenossenschaft, die ihre Mitglieder mit preisgünstigem Atelier- und Wohnraum in einem Gebäude versorgt. Dieses Gebäude soll auf einem Grundstück möglichst nachhaltig und innovativ und angepasst an die Bedürfnisse von Künstler*innen aller Sparten, jeden Alters und mit unterschiedlichen finanziellen Ausgangssituationen gebaut werden.
www.rat-der-kuenste.de
www.vdddk1884.de
Veranstalter*innen: Rat der Künste und VdDK 1844 in Kooperation mit dem zakk

17.01.2020
Nach unserem Protest und unserer Veranstaltung letzten Dienstag im Salon der Kunsthalle passiert so einiges.
Auch die CDU stellt Anfrage im Kulturausschuss und fordert:
„OB Thomas Geisel ist Aufsichtsratsvorsitzender der SWD. Ich appelliere an ihn: Er soll diese Kündigungen zurücknehmen lassen und dafür sorgen, dass die Stadt eine Vereinbarung auch für andere im Eigentum der SWD befindliche Ateliers schließt.“ Zum Artikel

16.01.2020
Unser Protest vom 14. Januar im Salon des Amateurs zeigt schon 2 Tage später erste Wirkung:
Die GRÜNEN stellen eine Anfrage für Konzept und neue Ateliers am Tetelberg: zur Mitteilung

16.01.2020
In Düsseldorf gibt es zur Zeit eine Atelier-Kündigungswelle, auf die keiner vorbereitet war und die von der Verwaltung schweigend hingenommen wird. Deswegen lud der Rat der Künste letzten Dienstag das Kulturdezernat, die Politik und die Künstlerschaft in den Salon des Amateurs, um die Situation zu diskutieren.
Helga Meister berichtet in der heutigen WZ: zum Artikel

16.01.2020
Die heutige NRZ berichtet über unsere Diskussion mit den Düsseldorfer Künstler*innen, der Politik und Verwaltung über die Atelier-Kündigungswelle. Der Rat der Künste fordert u.a. dass die wirtschaftlich orientierte Tochter SWD keine Ateliers verwalten sollte: zum Artikel

14.01.2020
Am Dienstag, den 14. Januar 2020 findet um 19 Uhr die Doppelpremiere der Filme Der Quirl und by coincidence von Eiskellerberg TV im Salon des Amateurs der Kunsthalle Düsseldorf statt.
Im Anschluss begrüßt der „Rat der Künste“ zu einer offenen Diskussion zum Thema „Kein Raum mehr für die Kunstszene“.

29.10.2019
Corina Gertz im Gespräch mit Helga Meister über Bestrebungen eine Künstlerbaugenossenschaft zu gründen: zum Artikel

17.10.2019
Kurzzusammenfassung Workshop:
Wir gründen eine Künstlerateliergenossenschaft
Samstag, 12. Oktober 2019 von 10 bis 14 Uhr, im Stadtmuseum Düsseldorf

Am Samstag, den 12. Oktober fand der Workschop Wir gründen eine Künstlerateliergenossenschaft im Stadtmuseum Düsseldorf statt.
Organisiert wurde dieser von Dora Celentano, Corina Gertz (Rat der Künste und Vorstand Verein der Düsseldorfer Künstler *1844) sowie Anne Schülke (Vorstand Verein der Düsseldorfer Künstler *1844).

Bei der Veranstaltung waren außerdem anwesend David Matthée (Stiftung Trias), Karin Rauers (Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf), Christian Weber (Architekt), Nadja Zieren (Leitung Stiftungsmanagement der Landeshauptstadt Düsseldorf) und Corinna vom Berg (Anwältin). Der Workshop war offen für interessierte Künstlerinnen und Künstler, die Fragen und Überlegungen in den Arbeitskreis einbrachten.

Der Rat der Künste und der Verein der Düsseldorfer Künstler *1844 wollen für die Künstler und Künstlerinnen in der Landeshauptstadt eine gesicherte Zukunft schaffen. Dazu gehört Wohn- und Arbeitsraum, der auch für künftige Künstlergenerationen sicher ist. Hierbei wurde an die Tagung im Stadtmuseum am 9. Februar 2019 „Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler suchen Perspektiven“ angeknüpft.

Im Workshop wurde ein Konzept erarbeitet, anhand dessen Künstler*innen oder Vereine sich bestehenden Baugenossenschaften der Stadt anschließen oder eine eigene Ateliergenossenschaft gründen können. Das Konzept zeigt Wege für die Umsetzung und Finanzierung auf.

Im Januar 2020 werden die nächsten Schritte eingeleitet:

1. Ein professionell geleiteter Visionsworkshop wird stattfinden. Der Visionsworkshop hat im Blick, wie die Gruppe von der Vision ins Handeln kommt.

2. Anschließend organisieren der Rat der Künste und der VdDK *1844 eine Tagung, bei der vier Best-Practice-Projekte vorgestellt werden: Zentralwerk in Dresden, Ex-Rota-Print in Berlin, Kunstwohnwerke in München und Höher Weg in Düsseldorf. Die Tagung wird öffentlich sein.

30.09.2019
Workshop: Wir gründen eine Künstlergenossenschaft
Samstag, 12.10.2019, 10 – 14 Uhr im Stadtmuseum Düsseldorf
Die AG Soziales des Rats der Künste und der Verein der Düsseldorfer Künstler *1844 will für die Künstler und Künstlerinnen in der Landeshauptstadt eine gesicherte Zukunft schaffen. Dazu gehört Wohn- und Arbeitsraum, der auch für künftige Künstlergenerationen sicher ist. Hierbei möchten wir an unsere Tagung im Stadtmuseum am 9. Februar 2019 „Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler suchen Perspektiven“ anknüpfen. David Matthee von der Stiftung Trias leitete auch damals den Baugenossenschaft-Workshop und bot seine Unterstützung an,
falls wir in Zukunft konkreter werden wollen. Und das wollen wir! Zum Workshop eingeladen sind außerdem Christian Weber (Architekt),
David Matthee (Stiftung Trias), Nadja Zieren (Haushalts-, Finanz- und Stiftungsmanagement in der Kämmerei), Karin Rauers und Dinah Schwarz (Kulturamt), Corinna vom Berg (Anwältin Kunstrecht) und Christoph Westermeier (Künstler). Im Workshop wird ein Konzept erarbeitet, anhand dessen Künstler*innen oder Vereine sich bestehenden Baugenossenschaften der Stadt anschließen oder eine eigene Künstlergenossenschaft gründen können. Das Konzept wird Wege für die Umsetzung und Finanzierung aufzeigen. Der Workshop findet in der Aktionsfläche der Jubiläums-Ausstellung des Vereins der Düsseldorfer Künstler *1844 statt. Interessierte können beisitzen oder die Ergebnisse auf den Websites des Vereins und des Rats der Künste einsehen. Kostenfrei mit Eintrittskarte.

10.07.2019
Die AG Soziales kämpft nun weiter um die Umsetzung des einstimmigen, fraktionsübergreifenden Beschlusses des Kulturausschusses vom 13. Juni 2019, dass die Künstlersiedlung Golzheim auch Künstlersiedlung bleibt: zur Sendung

03.07.2019
Der Rat der Künste vergibt Negativ-Preis an den LVR: zum Artikel

03.07.2019
Der Rat der Künste zieht Bilanz und vergibt Schmähpreis:  zum Artikel

02.07.2019
Der Rat der Künste hat heute morgen einen Negativpreis gegen Altersdiskriminierung bei Ausschreibungen an den LVR für den Frauenkulturpreis mit der Altersgrenze von 40 Jahren verliehen.
Der Rat der Künste möchte damit zum Überdenken dieser Altersgrenzen anregen. Deshalb verleiht er nun erstmalig den Negativpreis, der sich gegen Altersdiskriminierung in künstlerischen Förderprogrammen richtet.
Der Preis hat die Form eines Pferdeapfels und bezieht sich auf das historische Pferdeapfelattentat gegen König Friedrich Wilhelm VI. auf der damaligen Düsseldorfer Kastanienallee (heute Königsallee) von 1848.
Hinter der Preisvergabe steht weniger die Absicht, Institutionen an den Pranger zu stellen, als vielmehr Altersgrenzen generell abzuschaffen, so wie es die Schweiz bereits praktiziert.
Wir haben uns gefreut, dass Frau Ulrike Kessing vom LVR persönlich gekommen ist, um den Preis entgegen zu nehmen und in die Diskussion einzusteigen. Vielleicht haben wir sie ja überzeugen können.
Danke an unseren Kollegen Christian Steinmetz für die Fotos.

18.06.2019
Der Film zu unserer Tagung „Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler*innen suchen Perspektiven“ im Februar im Stadtmuseum ist nun online: zum Film

14.06.2019
Wir haben es geschafft! Der Antrag der CDU-Ratsfraktion “Die Zukunft der Künstlersiedlung Golzheim sichern” wurde gestern im Kulturausschuss einstimmig fraktionsübergreifend beschlossen: zum Dokument

13.06.2019
Rat der Künste kämpft um Erahlt von erschwinglichem Wohn- und Arbeitsraum für Künstler*innen: zum Artikel

12.06.2019
Rat der Künste schaltet die Politik ein. Die SWD hat Mieten für Ateliers in der Künstlersiedlung Golzheim erhöht. Dazu gibt es gleich zwei Anfragen sowohl von der CDU als auch von den Grünen, die auch wissen möchten, welches Konzept von der Stadt verfolgt wird: zum Artikel

08.06.2019
Rat der Künste schlägt Alarm: Künstlersiedlung Golzheim droht das Aus: zum Artikel

14.05.2019
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Atelier berichtet unser Rats Mitglied Dora Celentano über die Vergabe unseres neuen Negativ-Preises “Pferdeapfel”. Diesen Preis werden wir bald an eine Institution verleihen, die ältere Künstlerinnen und Künstler in Ausschreibungen diskriminiert.
Unsere Mitstreiterin gegen die Altersarmut Hanne Schweitzer vom Kölner Büro gegen Altersdiskriminierung, die auf unserer Tagung Anfang des Jahres im Stadtmuseum Düsseldorf schon einen Vortrag hielt und einen der Workshops leitete, verfasste für das Heft einen Beitrag über die Altersarmut bei Künstlerinnen und Künstlern.
Das Magazin beinhaltet außerdem eine Recherche von Helmut Lorscheid wie Auslober und Parteien sich zum Thema von Altersbegrenzungen positionieren.

04.03.2019
Die Saarbrücker Zeitung schreibt über unseren Kampf gegen die Altersarmut bei Künstlerinnen und Künstlern: zum Artikel

12.02.2019
Ver.di berichtet über unsere Tagung „Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler*innen suchen Perspektiven“, Praktische Perspektiven gegen Altersarmut – Kunst und Kultur (ver.di): zum Bericht

05.03.2019
Stefan Schweizer, Sprecher des Rats der Künste, sprach in der Sendung Scala im WDR 5 über die prekäre Lage der Künstler*innen: zur Sendung

05.03.2019
Ars longa, pecunia brevis – Corina Gertz, Sprecherin des Rats der Künste, sprach mit Sascha Ziehn in der Sendung Resonanzen auf WDR 3 über Altersarmut bei Künstler*innen: zur Sendung

12.02.2019
Unser Kollege Christian Steinmetz vom Rat der Künste war so nett, die Tagung „Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler*innen suchen Perspektiven“ letzten Samstag im Stadtmuseum Düsseldorf fotografisch zu dokumentieren. Vielen Dank dafür!

08.02.2019
Das Bild vom armen Maler, der losgelöst von bürgerlichen Zwängen große Kunst schafft, ist ein romantisches Klischee. Nur jeder fünfte Künstler kann von seiner Arbeit leben. Die Sprecherin des Rats der Künste Corina Gertz berichtet in der Sendung Scala, WDR 5, welche Wege aus der Altersarmut nun unsere Tagung in Düsseldorf diskutieren will: zur Sendung

05.02.2019
Die RP berichtet, wie sich der Rat der Künste für die soziale Situation der Düsseldorfer Künstler*innen einsetzt: zum Artikel

24.01.2019
Interview mit unseren Sprechern Corina Gertz und Stefan Schweizer zur Tagung „Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler*innen suchen Perspektiven“ in der WZ: zum Artikel

20.01.2019
Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler suchen Perspektiven

Der Rat der Künste und der VdDK 1844 laden gemeinsam mit dem Landesbüro für bildende Kunst zur Tagung am 9. Februar 2019, 9.30 bis 16.30 im Stadtmuseum Düsseldorf ein:

Altersarmut wird zunehmend zum Gegenstand der öffentlichen Diskussion und betrifft fast alle gesellschaftlichen Schichten. Dabei sind gerade KünstlerInnen an dieser späten Form des Präkariats exponiert. Existierende Förderprogramme in der Bildenden Kunst konzentrieren sich meistens auf den Karriereanfang; strukturelle Maßnahmen für ältere Produzent*innen, die nicht am Kunstmarkt teilnehmen, sind nicht vorgesehen. Die AG “Altersarmut / Soziales” des Rats der Künste will auf das Phänomen aufmerksam machen und den Dialog mit der Politik initiieren. Die Tagung kombiniert Vorträge von Fachleuten wie Professor Christoph Butterwegge und Hanne Schweitzer, Diskussionsrunden mit Betroffenen und Politiker*innen sowie Workshops zur Etablierung langfristiger Strategien zur Bekämpfung von Altersarmut. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung unter info@rat-der-kuenste.de wird gebeten.

Programm:

9.30: Begrüßung
Dr. Susanne Anna (Direktorin Stadtmuseum Düsseldorf)
Marianne Schirge (Leitung Kulturamt Düsseldorf)
Corina Gertz (Rat der Künste, VdDK 1844)

10-10.45 „Armut in einem reichen Land“
Prof. Dr. Christoph Butterwegge (Universität zu Köln)

10.45-11.30 „Über die Lage der Künstler*innen im Alter“
Hanne Schweitzer (Büro gegen Altersdiskriminierung)

11.30-13 „Heute jung, morgen arm – Perspektive der deutschen Kunstszene“
Podiumsdiskussion mit
Andreas Bialas MdL (Ausschuss für Kultur und Medien Landtag NRW),
Anita Frei-Krämer (Beiratsmitglied der KSK im Bereich Bildende Künste),
Karl-Heinz Müller (Künstler),
Katharina Schultz (Kunststudentin),
Dr. Alexander Fils (kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf)
Moderation: Dr. Emmanuel Mir (Landesbüro für Bildende Kunst)

13-14 Mittagspause

14-16 Workshops:

Workshop 1: Alternative Finanzierungen, Prof. Dr. Dr. Dr. hc Radermacher (Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung)
Die Lösung eines so großen gesellschaftlichen Problems wie der Altersarmut kann kaum individuell erfolgen. Langfristig angelegte Strategien, die Künstler*innen aus der Armutsfalle helfen sollen, müssen finanziert werden. Der Workshop präsentiert alternative Wege der Altersvorsorge.

Workshop 2: Wir gründen eine Wohngenossenschaft, David Matthée (Stiftung Trias)
Ein Weg, der Isolation und Mittellosigkeit im Alter vorzubeugen, besteht in der Sicherung eines Wohn- und Arbeitsraums. Das Modell einer Wohngenossenschaft für Künstler*innen könnte ein erster Schritt in Richtung Autonomie und Schutz sein. Welche juristischen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen dazugehören, wird in diesem Workshop erörtert.

Workshop 3: Öffentlichkeitsarbeit für Kunstinitiativen und Pressure Groups, Hanne Schweitzer (Büro gegen Altersdiskriminierung)
Die prekäre Lage einer alternden Künstlerschaft wird von der Gesellschaft im Allgemeinen und der Politik im Besonderen nicht wahrgenommen. Künstler*innen haben keine Lobby und können nicht auf ihre Probleme aufmerksam machen. In diesem Workshop werden Strategien und Methoden einer effektiven Öffentlichkeitsarbeit präsentiert.

16-16.30 Auswertung der Ergebnisse

02.05.2018
Die Zeit ist reif – wir wollen die Weichen stellen für eine bessere Absicherung der Künstlerschaft und wir brauchen Euch als Mehrwert, Mitstreiter, Ideengeber. Wir als Künstler*innen wollen Vorreiter bei der kreativen Bewältigung von Altersarmut sein!

Wir laden Euch herzlich ein zu unserem 1. Stammtisch am 16.05.2018 um 19 Uhr, Zogel-Bar in der Schirmerstr. 2, Düsseldorf – Derendorf. Hier könnt Ihr Euch informieren, austauschen und Kontakte knüpfen rund um das Thema „Altersarmut bei Künstler*innen“.
Weitere Termine:
1.) 16.05.2018
2.) 12.07.2018
3.) 12.09.2018
4.) 08.11.2018
5.) 10.01.2019

01.05.2018
Künstler*innen gegen Altersarmut

Manifest

Weltweit hat Bildende Kunst einen großen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert für eine Stadt. Kunst als Ausdruck schöpferischer Freiheit des Menschen und der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimat, ihrer Region und ihrem Land hat in der globalisierten Welt eine Bedeutung wie nie zuvor.
Kunst ist Inbegriff menschlicher Lebensäußerung, sie ist als anregende und reflektierende Kraft für Staat und Gesellschaft unverzichtbar. Darüber hinaus sind Kunst und Kultur Standortfaktoren, die eine Stadt unverwechselbar machen und ihr Anziehungskraft geben.
Viele Menschen kommen nach Düsseldorf, um Ausstellungen zu besuchen (z.B. Akademie Rundgang, Museen, Galerien, Düsseldorf Photo, Kunstmessen, Kunstpunkte etc.)
Das Gemeinwesen hat die Aufgabe, Kunst zu fördern, Prägendes und Bleibendes zu sammeln und zu dokumentieren.
Der Kunstmarkt hat sich in den letzten Jahren extrem verändert. Für KünstlerInnen außerhalb des Marktes ist das Überleben schwierig. Bildende KünstlerInnen sind meist höchstqualifiziert, ihre Einkommenssituation ist jedoch regelmäßig schlecht. Es liegt im Interesse der Stadt, dafür Sorge zu tragen, diese hochqualifizierten Menschen in ihrem Beruf arbeiten zu lassen und ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage, wo möglich, rechtzeitig zu stärken. KünstlerInnen gehören trotz ihres hohen Bildungsniveaus und Ansehens in der Gesellschaft mit zu den Berufsgruppen mit den niedrigsten Einkommen.
Seit 1983 können sich freiberufliche KünstlerInnen und Kreative in Deutschland erstmalig kollektiv versichern und genießen die Vorzüge einer günstigen Kranken- und Rentenversicherung. Die Beiträge zur Künstlersozialkasse sind an die Einnahmen der Versicherten gekoppelt.
Da KünstlerInnen und Kreative jedoch nur geringe Einkommen erzielen, resultieren daraus im Rentenalter nur geringe Alterseinkünfte. Oft befindet sich diese Berufsgruppe dann in einer prekären Lebenslage. Viele Künstler arbeiten, ohne davon leben zu können. Statt sich zu verbessern, verschlechtern sich ihre Arbeitsbedingungen. Die Armut zehrt an den Menschen.
In der Künstlersozialkasse können sich KünstlerInnen zwar günstig krankenversichern, jedoch bleibt bei der Rente zu oft zu wenig übrig. Die Alterseinkünfte betragen durchschnittlich nur die Hälfte von dem, was andere Arbeitnehmer erhalten.

Wir fordern:

1. Bezahlbare und altersgerechte Wohnateliers / Ateliers.

Die meisten KünstlerInnen sind wegen ihres beruflichen Selbstverständnisses weit über das Rentenalter hinaus künstlerisch aktiv. Deshalb haben sie andere Ansprüche und Bedarfe an ihre Wohn- und Arbeitssituation als andere Berufsgruppen.
Angemessener Wohnraum für Hilfebedürftige liegt in der Regel vor, wenn die Wohnung nicht größer als 45 – 50 Quadratmeter für einen Single ist. Für KünstlerInnen soll ein zusätzliches Arbeitsatelier bewilligt werden.

2. Projektunabhängige Stipendien für KünstlerInnen mit einer Laufzeit von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

Seit mehr als fünfzig Jahren vergibt das in Norwegen für staatliche Kunstförderung im Wesentlichen zuständige Arts Council solche Stipendien. Bedingung für eine Bewerbung ist, dass man in Norwegen leben muss und seine Arbeit bereits öffentlich gezeigt hat. 34 Millionen Euro werden dafür im Jahr ausgegeben: 34 Millionen Euro Vertrauen in die KünstlerInnen.

3. Die Aufnahme von KünstlerInnen und FreiberuflerInnen in das Allgemeine Gleichstellungsgesetz kurz AGG.

Das Gesetz, das u.a. vor Altersdiskriminierung schützen soll, schließt FreiberuflerInnen und KünstlerInnen aus. Es schützt auch nicht vor Benachteiligungen wegen des Lebensalters bei KFZ-, Auslandsreise-, oder Unfallversicherungen. Hier muss Öffentlichkeit hergestellt werden.

4. Bei allen Planungen der Baugenossenschaften müssen Wohnateliers / Ateliers für KünstlerInnen bedacht und realisiert werden.

In der Bundesrepublik gibt es laut der Angaben der Marketinginitiative der Wohnungsbaugenossenschaften Deutschland e.V. 2.000 Wohnungsbaugenossenschaften mit einem Wohnungsbestand von 2.2 Millionen Wohnungen. Allein in Düsseldorf und Umgebung sind es 11 Genossenschaften. Steter Tropfen höhlt den Stein! https://www.wohnungsbaugenossenschaften.de/genossenschaften/alle-genossenschaften/

5. Stadt/Land/Bund sollen (noch zu gründenden) Künstlerwohngenossenschaften das Erstandienungsrecht bei Grundstücken zum Bau von Wohnateliers anbieten.

Mit Hilfe von Mäzenen, gut verdienenden KünstlerInnen und Freunden der Kunst wird es möglich sein, genügend Geld für eine Bebauung in Form von Genossenschaftsanteilen zu sammeln. Der Verein der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe 1844 soll eine Künstlerwohnungsgenossenschaft initiieren.
Erstandienungsrecht bedeutet: Der Genossenschaft wird bis zu einem festgelegten Zeitpunkt das Erstkaufrecht für ein Grundstück eingeräumt. Hat sie bis zu diesem Zeitpunkt das Geld zum Kauf des Grundstücks nicht zusammen, geht das Grundstück auf den freien Markt.
Erstandienungsrecht siehe: http://www.siedlerkoeln.de/news/2017/erweiterung-aktuell/erstandienungsrecht

6. Wohnateliers für KünstlerInnen bei der genossenschaftlichen Bebauung des Schlösser Areals

Die Ausschreibung des Wettbewerbs berücksichtigt bisher nur den: „Attraktiven Wohnungsmix für junge Familien, Alleinerziehende, Single und Paare sowie Senioren“. Es fehlen KünstlerInnen.
„Die Grundprinzipien einer Genossenschaft sind Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Die Genossenschaft ist eine demokratische Unternehmensform. Der Zweck der Genossenschaft ist vorrangig die Förderung der Mitglieder, indem eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung gewährleistet wird.“
Schlösser Areal siehe: https://www.duesseldorf.de/fileadmin/Amt13/presseanhang/170228schloesserareal.pdf
https://www.duesseldorf.de/fileadmin/Amt13/pld/txt/20170228-255_45.txt

Wir als Künstler*innen wollen Vorreiter bei der kreativen Bewältigung der Altersarmut sein! Beteiligt Euch!