Pressemitteilungen

15.04.2021

Bericht zur Arbeit des Rats der Künste Düsseldorf in den Jahren 2018-2021

Der Rat der Künste (RdK) ist die unabhängige und gewählte Interessenvertretung der Kulturschaffenden in Düsseldorf. Der Rat vertritt seine Interessen gegenüber der Landeshauptstadt Düsseldorf, dem Land NRW sowie dem Bund (weitere Informationen: https://rat-der-kuenste.de/).

Der RdK hat in seiner ersten Wahlperiode mit mehreren Akteur:innen der Düsseldorfer Kulturszene Gespräche geführt. Vordringliches Ziel war es, sich gegenseitig über kulturpolitische Grundhaltungen zu informieren und dabei auch kooperative Perspektiven zu entwickeln. Gesprächspartner:innen waren unter anderem Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, sein Vorgänger Thomas Geisel, der Beigeordnete und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, die Leiterin des Kulturamts Marianne Schirge sowie die Ratsfrauen und -herren Dr. Alexander Fils, Clara Gerlach, Manfred Neuenhaus, Marcus Münter und Harald Schwenk.

Darüber hinaus wurde der RdK um Auskunft zu seiner Arbeit gebeten, so u.a. von der Kulturpolitik in Köln und vom Kulturamt der Stadt Nürnberg. Mitglieder des RdK nahmen an Veranstaltungen des Landesbüro für Bildende Kunst NRW und der Hans-Böckler-Stiftung teil. Folgende Veranstaltungen wurden vom RdK organisiert: zwei Veranstaltungen zu Altersarmut unter Künstler:innen, Zoom-Veranstaltung zu Corona-Hilfen, Corona-Abfrage, drei Veranstaltungen zu Atelierbaugenossenschaften, Atelier-Bedarfsanalyse, Negativpreis Pferdeapfel (mit dem Ergebnis der Aufhebung der Altersgrenzen beim Frauenkulturpreis sowie bei den Förderpreisen der Landeshauptstadt Düsseldorf). 

Um Prozesse anzustoßen, Impulse zu setzen bzw. Informationen zu erhalten, hat der RdK um folgende Stellungnahmen gebeten: bei Kulturdezernent Hans-Georg Lohe sowohl zum Atelierkonzept als auch zur Zukunft des Kulturbahnhofs Eller, bei der Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW Isabell Pfeiffer-Poensgen zur Corona-Situation. Darüber hinaus wurden zahlreiche Pressegespräche geführt, die in der Regel in journalistischen Beiträgen zu Fragen der Kulturpolitik bzw. zur Arbeit des RdK mündeten.

Mitglieder des RdK wurden in folgende Jurys bzw. Gremien berufen: Wettbewerb Blaugrüner Ring der Stadt Düsseldorf, Planwerk D des Stadtplanungsamtes Düsseldorf, Wettbewerb Metro-Campus, Sitz im Atelierbeirat des Kulturamts, Sitz im Kulturausschuss des Stadtrats, Förderrichtlinien KEP, Diskussion um Kaufhof, Planwerkstatt 378, Kulturamt Erarbeitung Förderrichtlinien.

Die Arbeit der Interessenvertretung schlug sich unter anderem in der Aufnahme folgender vom RdK erhobenen Forderungen nieder: Sitz des RdK im Kulturausschuss, Schaffung von 50 neuen Ateliers sowie Vergabe von zinslosen Darlehen bis 7.000 EUR für private Kunstankäufe (Kunstkoop).

Die einzelnen Arbeitsgruppen des RdK widmeten sich darüber hinaus noch folgenden Einzelprojekten (für weitere Informationen: https://rat-der-kuenste.de/arbeitsgruppen/):

AG Soziales

  • Tagung „Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler:innen suchen Perspektiven“, inkl. Workshops, 2019,
  • Vergabe eines neuen Negativ-Preises “Pferdeapfel“ an Institution, die ältere Künstler:innen in Ausschreibungen diskriminiert,
  • Workshop „Wir gründen eine Künstlergenossenschaft“ zusammen mit Verein der Düsseldorfer Künstler:innen (VdDK),
  • Tagung „Wohn- und Arbeitsraum für Künstler:innen“ mit Best-Practice-Beispielen aus verschiedenen Kommunen,
  • zwei Online-Umfragen zur Situation von Künstler:innen, mit deren Auswertung Orientierungshilfe für Verwaltung und Politik gegeben wird; dazu Online-Webinare „Abrechnung von unterschiedlichen Hilfen im Rahmen der Corona-Krise“ und „Abrechnung der Soforthilfe und Kombinierbarkeit von Hilfen“ als Angebot für Künstler:innen;

AG Freie Szene

  • Konferenz der Freien Szene, über 250 Teilnehmende; erfragte Feedback zu Anliegen, Wünschen, Kritikpunkten, anschließend Veröffentlichung eines Forderungspapier mit sieben Kernpunkten
  • Beteiligung an Open-Space-Veranstaltung (siehe weiter unten),
  • Beteiligung an den Gesprächen mit früherem OB Geisel und Kulturdezernent Lohe zu Sofortmaßnahmen für die Freie Szene und Privattheater im Rahmen der Corona-Krise; Anregung für Soforthilfen zur Ergänzung der staatlichen Hilfsprogramme,
  • auf Initiative der AG und des RdK beschließt Stadtrat die Zusammenlegung und vereinfachte Abrechnung der Zuschüsse 2020/21 an die seitens Stadt geförderten Gruppen und Institutionen;

AG KulturPlus

  • eine „Kulturförderabgabe“ wird bereits in mehr als 20 Städten eingesetzt,
  • Idee von „KulturPlus“ für Düsseldorf als neuartiges, genreübergreifendes Programm zur Entwicklung von Kunst- und Kulturkonzepten sowie Förderung Düsseldorfer Künstler:innen in Kooperation mit Kulturinstitutionen der Stadt, finanziert durch eine touristische Abgabe,
  • Zahlreiche, intensive Gespräche mit Protagonist:innen in Verwaltung, Politik, Unternehmerschaft; 

AG Kulturelle Bildung / Teilhabe

  • Positionspapier und Tagung „Open Space: Kulturelle Bildung in Düsseldorf 2030“, u.a. gemeinsam mit dem Kulturamt, dem Schulverwaltungsamt, dem Bildungsbüro, dem Verein der Düsseldorfer Künstler (VdDK), dem Theatermuseum und dem zakk veranstaltet; die geplante Rückkopplungstagung fiel 2020 aufgrund der Pandemie aus, soll aber nachgeholt werden;

Fazit/Ausblick

Die Konstituierung eines RdK hat sich sehr positiv auf die Kulturszene ausgewirkt. Mehr und mehr wurde dadurch ein partnerschaftliches Verständnis von der Zusammenarbeit zwischen Kunstszene, Kulturinstitutionen, Verwaltung und Politik etabliert. Unsere Vorschläge und Anregungen werden in Verwaltung und Politik positiv angenommen. Bestimmte Inhalte des Koalitionspapiers von CDU und Bündnis90/Die Grünen sind durchaus auf Impulse des RdK zurückzuführen. Darüber hinaus wird der RdK durch zahlreiche Medienberichte inzwischen immer deutlicher auch in der Stadtgesellschaft wahrgenommen. 

Mit freundlichen Grüßen,
Corina Gertz und Stefan Schweizer
für den Rat der Künste Düsseldorf


15.02.2021

Die Altersgrenze für die Förderpreise der Stadt Düsseldorf wird aufgehoben und das Preisgeld erhöht.
Die Landeshauptstadt stellt sich gegen Altersdiskriminierung in der Kunst.
Dafür hat der Rat der Künste sich lange eingesetzt.

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/kultur/mehr-geld-fuer-die-duesseldorfer-foerderpreistraeger_aid-56259295


20.01.2021

Vor einigen Tagen sahen sich Bettina Masuch, Intendantin des Tanzhauses NRW, Kathrin Tiedemann, künstlerische Leiterin des Forum Freies Theater sowie Wilfried Schulz, Intendant des Düsseldorfer Schauspielhaus veranlasst, ihre Unterstützung der „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ in der Rheinischen Post zu verteidigen. Die „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ reagierte auf eine Resolution des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 2019, die sich gegen die als israelfeindlich geltende Boykottbewegung „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS) wandte. Von den Zielen und Methoden des BDS distanzieren sich sowohl die Initiative als auch Tiedemann, Masuch und Schulz in ihrem Artikel.

Aus Sicht vieler Kulturschaffender und der Initiatoren von „GG 5.3 Weltoffenheit“ bedroht die Resolution des Deutschen Bundestages jedoch in ihrer weitreichenden Stigmatisierung die Meinungsfreiheit sowie einen unvoreingenommenen künstlerischen und wissenschafftlichen Austausch. Nicht zuletzt Einladungen an und Kooperationen mit afrikanischen und arabischen Künstler*innen und Wissenschafftler*innen werden durch die
Resolution des Deutschen Bundestags schwierig oder gar unmöglich gemacht. Selbst die Kooperation mit israelischen Künstler*innen und Wissenschafftler*innen wird dadurch empfindlich gestört.
Der Rat der Künste Düsseldorf solidarisiert sich mit der Stellungnahme von Bettina Masuch, Kathrin Tiedemann sowie Wilfried Schulz und unterstützt ihre Perspektive: „Wir beharren darauf, dass die Bühne kein Ort politischer Propaganda und Werbung ist, sehr wohl aber ein Ort, der in Kunst und Diskurs kontroverse Gedanken und Weltsichten ausstellen kann.“


Für den Rat der Künste Düsseldorf
Corina Gertz & Stefan Schweizer


11.11.2020

Rat der Künste Düsseldorf zur aktuellen Corona Situation

Weiter um den Erhalt einer vielfältigen Kulturszene in Düsseldorf kämpfen und gemeinsam mit Künstler*innen und Kulturszene nachsteuern, auch in schwierigen Corona-Zeiten

Der Rat der Künste Düsseldorf sieht den Ernst der Lage in der aktuellen Corona-Krise und unterstützt die beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, auch wenn sie aus Sicht der Kulturschaffenden nicht frei von Widersprüchen sind. Wir begrüßen ausdrücklich die Maßnahmen zur Unterstützung der Kulturszene, die auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene ergriffen wurden.
Aktuell müssen wir leider aber davon ausgehen, dass die Pandemie einschneidend das öffentliche Leben im ganzen nächsten Jahr beeinflussen wird. Ein Ende ist nicht absehbar und wir alle werden noch lange mit Corona leben müssen.
Die Krise hat aber auch viele Energien freigesetzt, Erfindungsreichtum wurde sichtbar, unkonventionelle Lösungen wurden gefunden, die notwendigen Gelder zum Teil kurzfristig mobilisiert. Wir verstehen diese solidarische Haltung gegenüber den Kulturschaffenden als Auftrag, unseren Beitrag zu einer Bewältigung der Krise zu leisten. Wir wollen diese Aufgabe gerne annehmen und die politischen Entscheidungsträgerinnen auffordern, sich weiterhin zu Fürsprecherinnen zu machen für die wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die der Kunst zukommt.

In diesem Sinne empfehlen wir der Verwaltung und der Politik in NRW wie in Düsseldorf:

  • gemeinsam mit den Betroffenen Maßnahmen und Strategien für den Kulturbereich zu entwickeln, um sinnvoll nachzusteuern
  • mittel- und langfristig zu handeln, um für alle Beteiligten soviel Planungssicherheit wie möglich zu geben
  • das kulturelle Angebot und die Arbeit der Künstler*innen unserer Stadt ernst zu nehmen und nicht bloß der Freizeitgestaltung zuzuordnen, sondern sie als integralen gesellschaftlichen Bestandteil auch unter schwierigen Vorraussetzungen zu verteidigen.

Konkret schlagen wir vor:

  • für die kommenden Monate auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse sorgfältig nachzusteuern, um kulturelles Leben Schritt für Schritt ohne große Risiken zu ermöglichen. Dabei gilt es die bereits erarbeitete Hygiene- und Schutzkonzepte im Einzelfall zu prüfen und ggf. in Absprache mit den Betreiber*innen weiter zu entwickeln, um die Besonderheiten des Kulturbetriebes zu berücksichtigen. „Der hektische Umgang mit Erlassen unter Ausklammerung der besonderen Situation der Kulturstätten muss ein Ende haben“ (Kulturrat NRW)
  • die aufgespannten Rettungsschirme (u.a. Neustart, Überbrückungshilfen, Kulturstärkungsfonds, Schnittstellenförderung) zeigen Wirkung und helfen die Auswirkungen der Pandemie abzumildern. Sie müssen aber weiter gedacht und angepasst werden, da immer noch Künstler*innen, Soloselbstständige und Institutionen durch das Raster fallen. Dazu gehört eine kontinuierliche Information und Beratung durch die Fachleute der Verwaltung um Zugangshürden zu senken.
  • stabile Fördermöglichkeiten sowie Unterstützung der Künstlerinnen über die kritische Phase der Pandemie hinaus, um Planungssicherheit zu schaffen, in dem möglichst frühzeitig auf allen Ebenen (Kulturausschuss, Beiräte, Jurys) Entscheidungen für das kommende Jahr getroffen werden. Das Jährlichkeitsprinzip soll ausgesetzt werden, um geplante (und bereits finanzierte) Projekte ins nächste Jahr verschieben zu können. Rechtzeitig die Ankaufsetats der städtischen Einrichtungen freigeben (und zu erhöhen), Künstlerinnen-Verträge in der kulturellen Bildung abschließen
  • die unterschiedlichen Vorschläge, die aus der Künstlerschaft kommen (z.B. Kunstkoop, Werkkunsthaus, Centspende, kostenfreie Werbeflächen der Stadt) ernsthaft zu prüfen und ggf. aktiv zu unterstützen, damit sie gemeinsam umgesetzt werden können.
  • weitere Unterstützung der strukturellen Verbesserungen im Kulturbereich, für die sich der Rat der Künste auch bereits vor Corona eingesetzt hat:

> Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstlerinnen suchen Perspektiven: Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz, kurz AGG, das u.a. vor Altersdiskriminierung schützen soll, schließt Freiberuflerinnen und Künstler*innen aus. Es schützt auch nicht vor Benachteiligungen in Ausschreibungen in künstlerischen Förderprogrammen. Das Land NRW und die Landeshauptstadt Düsseldorf sollte Altersgrenzen aus seinen Förderkriterien verbannen.

> Wir gründen eine Künstlerinnen-Ateliergenossenschaft: Wir wollen für die Künstlerinnen und Künstler in der Landeshauptstadt eine gesicherte Zukunft schaffen. Dazu gehört Wohn- und Arbeitsraum, der auch für künftige Künstlerinnengenerationen sicher ist. Das formulierte Ziel des Rats der Künste ist die Gründung einer Wohnateliergenossenschaft, die ihre Mitglieder mit preisgünstigem Atelier- und Wohnraum in einem Gebäude versorgt. Dieses Gebäude soll auf einem Grundstück möglichst nachhaltig und innovativ und angepasst an die Bedürfnisse von Künstler*innen aller Sparten, jeden Alters und mit unterschiedlichen finanziellen Ausgangssituationen gebaut werden.

> „Kunstkoop“: Nach Vorbild des Niederländischen Projekts des Mondriaan Fonds und der Santander Bank soll Düsseldorf Deutschlandweit Vorreiter sein und ein Pilotprojekt starten, wo gemeinsam mit der NRW Bank oder der Stadtsparkasse zinslose Darlehen vergeben werden, um bei Düsseldorfer Galerien Kunst von noch lebenden Künstlerinnen erwerben zu können. Nicht nur werden dadurch Künstlerinnen, sowie Galerien unterstützt, auch werden gerade junge Menschen ermuntert, eine eigene Kunstsammlung aufzubauen und sich mit Kultur zu beschäftigen. Zudem kurbelt es die Wirtschaft an und generiert Steuereinnahmen. Nach einer Testphase kann dieses Projekt auch auf Landes- bzw. Bundesebene ausgeweitet werden.

> Kultur plus: Finanzierung eines spartenübergreifenden Förderfonds speziell für Düsseldorfer Künstlerinnen und Kulturprojekte, finanziert über eine Abgabe auf touristische Hotel-Übernachtungen. Damit soll die lokale freie Szene gestärkt werden und eine Kooperation zwischen den Künstlerinnen und Institutionen zur Umsetzung innovativer Projekte gefördert werden.

> Verwaltungsvereinfachungen für Genehmigungen und Zwischennutzungen: Zwischennutzungen tragen zu einem Imagewandel der aus dem Zyklus der Marktökonomie herausgefallenen Orte bei. Diese bieten Raum zum Experimentieren und zum Entwickeln von Ideen. Verwahrlosung von Flächen und Gebäuden wird vermieden und es entstehen ein Imagegewinn sowie eine Aufwertung für die spätere Entwicklung. Sie sind Keimzellen für neue innovative Ideen.

> Kulturraumsatzung in der Stadtplanung: Kunst und Kultur fördern die funktionale und soziale Vielfalt in den Städten und tragen somit erheblich zur Steigerung der Lebensqualität bei. Ohne den Schutz von vorhandenen und die Integration von neuen Kulturräumen in die Planung städtebaulicher Entwicklungen sind Teile der kulturellen und kreativen Diversität unserer Städte gefährdet. Der Rat der Künste regt eine zukunftsorientierte Strategie an, die auch auf das Schaffen und Öffnen von Räumen für die Kunst und Kultur abzielt

> realistische Zwischennutzungsmodelle: eine ressortübergreifende Zusammenarbeit der Verwaltungen, Ämter und die Zusammenarbeit mit Düsseldorfer Wohnungsbaugesellschaften, um die Öffnung und gemeinschaftliche Nutzung stadträumlicher Reserven für Stadtkultur voranzutreiben

  • Last but not least: Es gibt auch Profiteure der Krise. Hier sollten wir gemeinsam überlegen, wie wir sie in eine solidarische Bewältigung der Folgen der Pandemie effektiv einbeziehen können. Herbert Grönemeyer hat dazu in der der ZEIT vom 5.11. unter der Überschrift „Geld ist genug da“ erste Vorschläge gemacht.

21.07.2020

Verschiebung der Wahl des Rats der Künste Düsseldorf

Liebe Kulturschaffende in der Stadt Düsseldorf,

wir möchten Sie/Euch mit diesem Schreiben darüber in Kenntnis setzen, dass die ursprünglich für Mai 2020 geplante Vollversammlung aller Kulturschaffenden Düsseldorfs und Wahl des Rats der Künste aufgrund der aktuellen Lage und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen um ein Jahr verschoben werden muss. 

Als unabhängige und gewählte Interessenvertretung der in Düsseldorf im Kulturbereich tätigen Institutionen, Gruppen, freien Formationen und Einzelpersonen arbeiten wir zur Zeit mit Hochdruck daran, Politik und Verwaltung mit Orientierungshilfen und Vorschlägen vertraut zu machen, um die Lage der Kulturschaffenden in der Corona-Krise zu verbessern.

In den zwei Jahren, die der Rat der Künste mittlerweile existiert, konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln, die in dieser ungewöhnlichen Zeit von großem Wert sind. Diese in die Krisenbewältigung einzubringen, halten wir für zwingend geboten. Insofern macht ein Austausch der Ratsmitglieder momentan auch wenig Sinn, da mit der notwendigen Einarbeitung ein erheblicher Zeitverlust einhergehen würde. 

Daher wird der Rat bei der kommenden Wahl auch eine Verfassungsänderung anregen, um die Amtszeit der Ratsmitglieder zukünftig um ein Jahr auf drei Jahre zu verlängern. Zwischenzeitlich wird der Rat von der Möglichkeit der Kooptierung neuer Ratsmitglieder Gebrauch machen, was uns angesichts des Arbeitsaufwandes auch notwendig erscheint. 

Wir möchten in diesem Zusammenhang noch einmal betonen, dass der Rat der Künste Düsseldorf ausschließlich ehrenamtlich tätig ist.

Wir danken für Ihr / Euer Verständnis.

Mit ebenso herzlichen wie zuversichtlichen Grüßen 

Corina Gertz & Stefan Schweizer 

für den Rat der Künste


19.03.2020

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

VdDK *1844 und Rat der Künste Düsseldorf

Corona und die Folgen – Wir fordern einen Soforthilfefonds für freiberufliche Düsseldorfer Künstler*innen!

Wir begrüßen ausdrücklich die Maßnahmen von Stadt, Land und Bund zur Eindämmung der Corona SARS-CoV-2 Pandemie.

Als Rat der Künste und VdDK *1844 werden wir in den kommenden Wochen Unterstützer-Netzwerke bilden, um Kollegen*innen zu helfen, die von der Krankheit besonders bedroht oder in Not geraten sind.

Die Folgen des Corona-Virus bedroht die Existenz vieler freiberuflicher Künstler*innen aller Sparten in Düsseldorf. Denn: Ihnen zahlt niemand ein festes Gehalt und kaum ein/e Künstler*in hat finanzielle Reserven, um auch nur einige Wochen ohne Einnahmen überstehen zu können. Jetzt fallen Ausstellungen und Vorstellungen aus, Veranstaltungsorte schließen, Aufträge werden storniert und die Tätigkeiten im Bildungsbereich wurden bereits eingestellt (OGS-Angebote, andere Lehrtätigkeiten, Museumspädagogik…). Berechtigt große Existenzängste verbreiten sich unter Düsseldorfs Künstler*innen.

Dagegen können Politik und Verwaltung sofort und wirksam etwas tun.

Wir fordern:

  • Unverzügliche Einrichtung eines Soforthilfefonds für Düsseldorfer Künstler*innen bei der Kulturverwaltung, der mit mindestens 1 Mio. Euro bis Mai ausgestattet wird. Für den Fall, dass der Corona-Shutdown länger anhält, soll der Fonds aufgestockt werden. Im Idealfall kann er später aus Mitteln des Landes und des Bundes gegenfinanziert werden.
  • Anträge auf Soforthilfe bis zu 2.500 Euro aus dem Soforthilfefonds können alle freiberuflich arbeitenden Künstler*innen mit Wohnsitz in Düsseldorf stellen, die bereits eingetretene Einnahmeausfälle infolge von Coronavirus-bedingten Absagen, Schließungen, Stornierungen, Honorarausfällen belegen bzw. zu erwartende Ausfälle plausibel machen können. 
  • Berufung eines Beirats aus den Mitgliedern der bestehenden Beiräte für Bildende Kunst, Literatur, Tanz/Theater und Musik. Dieser Beirat entscheidet über die Anträge zur Soforthilfe. Das erspart Bürokratie und gewährleistet qualifizierte Entscheidungen aus der künstlerischen und städtischen Praxis heraus. 

Darüber hinaus fordern wir:

  • Die Fortsetzung der Honorarzahlungen an Künstler*innen in den städtischen Programmen der kulturellen Bildung und der OGS. Die Kollegen*innen könnten dafür als Gegenleistung ihre Konzepte und Programme dokumentieren und der Kulturverwaltung zum Aufbau eines städtischen Methodenpools zur Verfügung stellen. Eine weitere Gegenleistung könnte die Entwicklung von digitalen Formaten für die kulturelle Bildung sein.
  • Die Auszahlung aller bereits vom Kulturausschuss bewilligter Projektmittel. Den Empfänger*innen soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre Projekte der aktuellen Situation anzupassen. Es sollen keine Rückforderungen gestellt werden, wenn der Empfänger*innen nachweisen kann, dass seine Veranstaltungen durch Verfügung der Stadt abgesagt werden mussten
  • Qualifizierte Beratung und Unterstützung zu Hilfsmaßnahmen für freiberufliche Künstler*innen durch die Kulturverwaltung.

Das Ende der Pandemie ist zurzeit nicht absehbar. Das kulturelle Leben unserer Stadt darf jetzt nicht vollständig eingestellt werden. Mit Hilfe des Internets gilt es Formate und Programme weiterzuentwickeln oder zu erfinden, die zumindest allen Bürger*innen ein digitales kulturelles Leben während der Pandemie ermöglichen. Auch auf die Wiederbelebung des sozialen kulturellen Lebens der Stadt nach der Pandemie sollten wir uns vorbereiten. Der Rat der Künste und der VdDK *1844 werden dazu ihren Beitrag leisten.

Mit künstlerischen Grüßen

Für den VdDK *1844 Für den Rat der Künste

Michael Kortländer, 1. Vorsitzender Corina Gertz, Sprecherin

Edith Oellers, 2. Vorsitzende Prof. Dr. Stefan Schweizer, Sprecher


20.10.2019

Wir gründen eine Künstlerateliergenossenschaft

Samstag, 12. Oktober 2019 von 10 bis 14 Uhr

im Stadtmuseum Düsseldorf

Am Samstag, den 12. Oktober fand der Workschop Wir gründen eine Künstlerateliergenossenschaft im Stadtmuseum Düsseldorf statt.

Organisiert wurde dieser von Dora Celentano, Corina Gertz (Rat der Künste und Vorstand Verein der Düsseldorfer Künstler *1844) sowie Anne Schülke (Vorstand Verein der Düsseldorfer Künstler *1844).

Bei der Veranstaltung waren außerdem anwesend David Matthée (Stiftung Trias), Karin Rauers (Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf), Christian Weber (Architekt), Nadja Zieren (Leitung Stiftungsmanagement der Landeshauptstadt Düsseldorf) und Corinna vom Berg (Anwältin). Der Workshop war offen für interessierte Künstlerinnen und Künstler, die Fragen und Überlegungen in den Arbeitskreis einbrachten.

Der Rat der Künste und der Verein der Düsseldorfer Künstler *1844 wollen für die Künstler und Künstlerinnen in der Landeshauptstadt eine gesicherte Zukunft schaffen. Dazu gehört Wohn- und Arbeitsraum, der auch für künftige Künstlergenerationen sicher ist. Hierbei wurde an die Tagung im Stadtmuseum am 9. Februar 2019 „Von der Selbstausbeutung in die Altersarmut – Künstler suchen Perspektiven“ angeknüpft.

Im Workshop wurde ein Konzept erarbeitet, anhand dessen Künstler*innen oder Vereine sich bestehenden Baugenossenschaften der Stadt anschließen oder eine eigene Ateliergenossenschaft gründen können. Das Konzept zeigt Wege für die Umsetzung und Finanzierung auf.

Im Januar 2020 werden die nächsten Schritte eingeleitet:

1. Ein professionell geleiteter Visionsworkshop wird stattfinden. Der Visionsworkshop hat im Blick, wie die Gruppe von der Vision ins Handeln kommt.

2. Anschließend organisieren der Rat der Künste und der VdDK *1844 eine Tagung, bei der vier Best-Practice-Projekte vorgestellt werden: Zentralwerk in Dresden, Ex-Rota-Print in Berlin, Kunstwohnwerke in München und Höher Weg in Düsseldorf. Die Tagung wird öffentlich sein.


Einladung zur Pressekonferenz

Dienstag, den 2. Juli 2019 um 11.00 Uhr

Schloss Benrath, Ostflügel

Der Rat der Künste Düsseldorf wurde im April 2018 nach Berliner Vorbild von den Kulturschaffenden Düsseldorfs im Plenarsaal des Rathauses Düsseldorf gewählt.

Der Rat der Künste vertritt die Interessen Kulturschaffender gegenüber der Stadt, dem Land NRW, dem Bund und soll bei kulturpolitischen Entscheidungen beraten, Kulturentwicklung begleiten und Impulse für Planungen geben.

Er will Kultur sichtbar machen und eine Lobby für sie schaffen. Kunst als Inbegriff menschlicher Lebensäußerung ist die anregende und reflektierende Kraft für Stadt und Gesellschaft unverzichtbar. Darüber hinaus sind Kunst und Kultur Standortfaktoren, die eine Stadt unverwechselbar machen und ihr Anziehungskraft verleihen.

Ein Jahr Rat der Künste Düsseldorf

Auf der Pressekonferenz resümiert der Rat der Künste Düsseldorf die bisherige Arbeit. Im Besonderen wird die Arbeit der AG Soziales als Schwerpunktthema vorgestellt.

Die AG Soziales setzt sich dafür ein, diese hochqualifizierten Menschen in ihrem Beruf als Künstler arbeiten zu lassen, ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage, wo möglich, rechtzeitig zu stärken und ihre Wohn- und Ateliersituation zu sichern. Künstlerinnen und Künstler gehören trotz ihres hohen Bildungsniveaus und Ansehens in der Gesellschaft zu den Berufsgruppen mit den niedrigsten Einkommen.

In der Künstlersozialkasse können sich Künstler zwar seit 1983 günstig krankenversichern, jedoch bleibt bei der Rente zu oft zu wenig übrig. Die Alterseinkünfte betragen durchschnittlich nur die Hälfte dessen, was andere Arbeitnehmer erhalten.

Auch hier bemüht sich die AG Soziales die Situation der Künstler und Künstlerinnen zu verbessern, indem sie das Problem öffentlich macht, dazu Workshops und Diskussionsrunden mit Betroffenen, Politik und Fachleuten organisiert. Darüber hinaus setzt sich der Rat der Künste für altersunbegrenzte Fördermöglichkeiten ein, wie Stipendien, Preise, Residenzprogramme und Projektförderungen. Diese sind zu 90% altersbeschränkt, das zugelassene Durchschnittsalter liegt hier bei 35 Jahren.

Negativpreis gegen Altersdiskriminierung

Der Rat der Künste möchte zum Überdenken dieser Altersgrenzen anregen. Aus diesem Grund verleiht er nun erstmalig den Negativpreis, der sich gegen Altersdiskriminierung in künstlerischen Förderprogrammen richtet.

Der Preis hat die Form eines Pferdeapfels und bezieht sich auf das historische Pferdeapfelattentat gegen König Friedrich Wilhelm VI. auf der damaligen Düsseldorfer Kastanienallee (heute Königsallee) von 1848.

Hinter der Preisvergabe steht weniger die Absicht, Institutionen an den Pranger zu stellen, als vielmehr Altersgrenzen generell abzuschaffen, so wie es die Schweiz bereits praktiziert.

Auf der Pressekonferenz werden wir außerdem unsere weiteren Arbeitsgruppen, bisher Erreichtes sowie weitere Pläne erörtern.

Wir freuen uns sehr über Ihr Kommen und bitten um kurze Anmeldung.

Mit herzlichen Grüßen

Corina Gertz und Stefan Schweizer

Sprecher des Rates der Künste Düsseldorf


14.06.2018

Betr. Sprecherwahl/Themen

Der am 16. April 2018 gewählte Rat der Künste, die unabhängige Interessenvertretung der Kulturschaffenden in Düsseldorf, hat am 4. Juni 2018 die Künstlerin Corina Gertz sowie den Stiftungsvorstand Prof. Dr. Stefan Schweizer für zwei Jahre zur Sprecherin bzw. zum Sprecher gewählt.
Nachdem in der Vollversammlung zunächst 12 VertreterInnen aus der Kunst- und Kulturszene in den Rat der Künste gewählt wurden, kooptierte der Rat mittlerweile zwei weitere Vertreterinnen: Dora Celentano, Meisterschülerin an der Düsseldorfer Kunstakademie, sowie Dr. Verena Meis, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik an der Heinrich-Heine-Universität.
Die ersten Sitzungen des gewählten Rates in den letzten Wochen wurden genutzt, um Arbeitsgruppen zu bilden. Deren Themen werden die Arbeit des ehrenamtlichen Rats in den nächsten Monaten bestimmen.

Die AG FREIE SZENE
widmet sich dem Zugang sowie der Zwischennutzung von Räumen (Ateliers, temporäre Aufführungs- und Ausstellungsstätten),
die AG KULTURTAXE
sucht nach konstruktiven Möglichkeiten zur Einrichtung einer Kulturabgabe nach dem erfolgreichen Vorbild der Berliner City-Tax,
die AG KULTURELLE TEILHABE / KULTURELLE BILDUNG
diskutiert neue Modelle der Teilhabe wie der Vermittlung,
die AG SOZIALE SITUATION / ALTERSARMUT

problematisiert die soziale Lage vieler Künstler*Innen, insbesondere die existierende bzw. drohende Altersarmut, sowie die Wohn- und Ateliersituation,
die AG KULTURELLE STADTPLANUNG

widmet sich der Zukunftsplanung der städtischen Infrastruktur
und die AG MONITORING

beobachtet die kulturpolitische Entwicklung hinsichtlich kurzfristiger Interventionen.

Der Rat der Künste tritt selbstbewusst für die Stärkung von Kunst- und Kultur in Düsseldorf ein. Er versteht sich als Rat- und Impulsgeber für die Kulturpolitik der Stadt und darüber hinaus.

Für den Rat
Corina Gertz und Prof. Dr. Stefan Schweizer

Pressemitteilung_Rat_der_Künste_14_06_2018

17.04.2018

Am 16.04.2018 hat im Plenarsaal des Rathauses die konstituierende Vollversammlung von 327 akkreditierten Kulturschaffenden zur Bildung der neuen Institution Rat der Künste Düsseldorf stattgefunden. Per Akklamation wurde einstimmig bei 2 Enthaltungen die vorgelegte Verfassung verabschiedet, die online unter https://rat-der-kuenste.de/verfassung/ einsehbar ist.
Nach Vorstellung der 38 Kandidat*innen wurden in geheimer Wahl folgende Mitglieder in den Rat gewählt:

Eva Birkenstock, Direktorin des Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen
Corina Gertz, Künstlerin
Robert Koall, Chefdramaturg & stellv. Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses
Annette Krohn, Literaturwissenschaftlerin/Dipl.-Bibliothekarin, Veranstaltungsmanagement der Zentralbibliothek, Stadtbüchereien Düsseldorf
Jochen Molck, Geschäftsführer zakk – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation e.V.
Dr. Jochen Reiter, Direktor Aquazoo Löbbecke Museum
Frank Schulz, Regisseur, Schauspieler, Leiter des Theater Kontra-Punkt
Prof. Dr. Stefan Schweizer, Kunsthistoriker, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Schloss und Park Benrath
Achim Spyra, Inhaber KIT Café
Christian Steinmetz, Creative Director, Fotograf
Bojan Vuletic, Komponist, künstlerischer/geschäftsführender Leiter des ASPHALT Festivals
Jan Wagner, Künstler, Leiter Filmwerkstatt Düsseldorf e.V.

Weitere Informationen erhalten Sie unter https://rat-der-kuenste.de.


Foto: Bernd Schaller

v.l.n.r.: F. Schulz, J. Reiter, B. Vuletic, R. Koall, A. Spyra, St. Schweizer, J. Molck,
A. Krohn, Ch. Steinmetz, C. Gertz, J. Wagner, E. Birkenstock

Kontakt:
info@rat-der-kuenste.de